
Marinoni Tennis Club
Ariane Mueller, Martin Ebner
2015, Venedig, Lido
Institution:
Pane per Poveri – Stefania Palumbo, Eleonora Meoni
Ort:
Der Platz vor dem Teatro Marinoni, Lido, Venedig
Dauer:
Juni 2015, eine Woche, während der Eröffnungstage der Kunstbiennale von Venedig
Zusammenfassung:
„Pane Per Poveri“, ein Projekt von Stefania Palumbo und Eleonora Meoni, lud während der Eröffnungswoche der 56. Biennale di Venezia im Jahr 2015 verschiedene Künstler, Dichter und DJs zu dem ein, was als „Berghain-Pavillon“ bekannt wurde.
Das für diese Veranstaltung konzipierte „Tennis Club“-Projekt bestand aus einer aufgemalten Anlage in der Größe und dem Format eines echten Tennisplatzes, die sich über den bereits vorhandenen Zaun erstreckte, der die Grenze zum Garten des ehemaligen Marinoni-Krankenhauses markiert. Der Tennisplatz verfügte über ein Clubhaus, das außerhalb des Zauns in dem Bereich errichtet wurde, in dem sich die Jugend Venedigs trifft, um sich Drogen zu beschaffen.
Das Konzept thematisierte die Frage des Innen und Aussen, wer zugelassen oder abgelehnt wird, während es gleichzeitig die Illusion vermittelte, dass auf beiden Seiten immer noch dasselbe Spiel stattfände. Der Raum war klar unterteilt in einen gepflegten Innenbereich des ehemaligen Krankenhausgartens und den Außenbereich, der von Migranten als Schlaf- und Treffpunkt genutzt wurde, wobei der Innenbereich durch einen Zaun geschützt war.
Die großen Buchstaben auf dem Dach des Hauses im „Außenbereich“ bildeten das Wort CLUB und verwiesen damit auf das Konzept von Inklusion und Exklusion durch die Mitgliedschaft in einem Club – ein Konzept, das als eine Art Selbstverständnis der Europäischen Union in ihrer Migrationspolitik diskutiert wurde.
Die Spielbedingungen außerhalb des Zauns waren deutlich schlechter als innerhalb, und nachts wurden die Spieler vom Flutlicht geblendet, was die Ungleichheit zwischen den Menschen außerhalb und innerhalb des Zauns noch verschärfte, während es sich vorgeblich um einen fairen Wettkampf handelte. Der Zaun, der höher war als ein normales Tennissnetz, verfügte zudem über einen Wachturm in Form eines Schiedsrichterstuhls.
Schläger, Bälle und Zubehör wurden den Spielern großzügig von der Hauptsponsorenmarke des Projekts „Pane per Poveri“ zur Verfügung gestellt.
Technische Details:
Kreide für den Tennisplatz, Baumaterialien, weiß lackierte Holzbuchstaben für das Clubhaus. Ein Tennis-Schiedsrichterstuhl, Flutlicht.
Abmessungen:
23,77 x 10,97 Meter.
Zaun 2,5 m, Clubhaus 3 x 4 x 3 Meter, Holzbuchstaben 1,2 Meter

Über den Unterschied zwischen Tauschwert und Gebrauchswert.
Der Gebrauchswert ist die potenzielle Verwendbarkeit einer Sache. Er kann von Person zu Person variieren und hängt vom Nutzer ab. So ist der Gebrauchswert einer Zigarette für einen Raucher und einen Nichtraucher sehr unterschiedlich. Der Tauschwert entspricht dem Marktpreis. Wenn der gesamte Tauschwert einer Sache zusammenbricht – beispielsweise einer Stadt, ihrer Grundstücke und Häuser –, bleibt ihr Gebrauchswert dennoch bestehen, auch wenn sie auf dem Markt keinen Wert mehr hat.













